Begleithunde

Projekt: MilesHome

Modellprojekt ambulant betreuter,
tiergestützter Wohngruppen für

- Soldaten und Veteranen mit psychischer Einsatzschädigung nach einem Auslandeinsatz der Bundeswehr,
- Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Hilfsorganisationen,
- Zugführer- und Flugpersonal mit psychischer Einsatzschädigung

in privater Trägerschaft unter Federführung des Rehahunde Deutschland e.V.

Soldatinnen und Soldaten sowie Einsatzveteranen haben treu und tapfer ihren Auftrag im Auslandeinsatz erfüllt. Viele kehren unbeschadet in die Heimat zurück.

Eine nicht unerhebliche Anzahl der Rückkehrer leidet an Traumafolgestörungen und/ oder sonstigen psychologischen Erkrankungen, begleitet meist von psychosomatischen und/ oder körperlichen Beschwerden. Die Erkrankungsbilder sind vielfältig und stets variabel. Zumeist wird von Traumafolgestörungen in Form einer POSTTRAUMATISCHEN BELASTUNGSSTÖRUNG berichtet.

Diese Kameradinnen und Kameraden haben nicht nur die Anforderungen von der Diagnostik über die Behandlung bis zur Genesung durchzustehen, sondern oftmals die langen bürokratischen Wege bis zur Anerkennung ihrer Einsatzschädigung und deren Auswirkungen und/ oder Folgen zu bestreiten.

Wir bedanken uns beim Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Silberhorn, PeterStein, Mitglied des Deutschen Bundestages und allen eingeladenen Teilnehmern, für ihr Vertrauen und Interesse zum Projekt MilesHome.

Videos zum Projekt

MILESHOME wird ein ambulant betreutes tiergestütztes Wohnprojekt für Einsatzkräfte!

Wir, der Verein Rehahunde Deutschland e.V., haben uns in jahrelanger Informationsarbeit und Kommunikation mit Betroffenen und deren Angehörigen, aber auch durch unsere Tätigkeit in der Ausbildung von Rehahunden bei der wir vertrauensvoll tiefe Einblicke in die Biographien der Einsatzgeschädigten gewährt bekommen haben, zur Erarbeitung eines erstmals einzigartigen Angebotes für unsere Soldatinnen und Soldaten sowie Einsatzveteranen entschieden.

MILESHOME soll ein Angebot an unsere Soldatinnen und Soldaten sowie Einsatzveteranen sein, deren Einsatzschädigung eine Rückkehr in die Normengesellschaft trotz Therapie nicht gelingen lässt. Wir möchten so den sozialen Abstieg in all seinen Facetten bis hin zur Obdachlosigkeit, völligen sozialen Isolation und Verlust des Selbstwert- und Lebensgefühls verhindern. Wir planen gemeinsam mit politischen Vertretern, privaten Investoren und Sponsoren eine neue Wohnform auf den Weg zu bringen, in welcher wir unsere Soldatinnen und Soldaten sowie Einsatzveteranen auffangen und unterstützen werden.

Wir starten mit einem passenden Gelände mit bestehenden Gebäuden in dem wir anfänglich ein Begegnungszentrum aufbauen und betreiben möchten. Schrittweise werden die Wohngruppen mit Gemeinschaftsräumen eingerichtet, zusätzlicher Nebenraumbedarf in Form von Begegnungs- und Fitnessräumen, einem gemeinschaftlichen Begegnungsraum und einer Werkstatt für die Ergotherapeutischen Angebote. Daneben wird der Bedarf an Sozial- und Verwaltungsräumlichkeiten ausgeplant werden.

Stellungnahme einer einsatzgeschädigten Soldatin:

Psychisch einsatzgeschädigte Soldatinnen und Soldaten sowie Einsatzveteranen (im Weiteren als Einsatzgeschädigte bezeichnet) stehen vor Herausforderungen im alltäglichen Leben, die sie in den meisten Fällen nicht allein bewältigen können. Am Anfang steht das Eingeständnis der Erkrankung und deren Folgen. Hierbei werden die Soldatinnen und Soldaten durch Vorgesetzte, Truppenärzte, Fachärzte und das psychosoziale Netzwerk der Bundeswehr betreut und unterstützt. Für Einsatzveteranen gestaltet sich der Weg in die Versorgung schwieriger. Zumeist fehlt das Wissen um die zuständigen Ansprechstellen und Möglichkeiten mit diesen in Kontakt zu treten. Eine Besonderheit der psychischen Einsatzschädigung ist der physische und psychische Leidensdruck mit Versagensängsten, sozialem und emotionalem Rückzug, psychosomatischen Begleiterkrankungen, depressiven Episoden, irrationalen Verhaltensmustern und nicht zuletzt die Flucht mit gesteigertem Suchtpotenzial. Dies führt in einigen Fällen zu einem Bruch im sozialen Umfeld durch Rückzug des Familien- und Freundeskreises, bis hin zum sozialen Absturz in einem Leben ohne festen Wohnsitz und soziale Absicherung. Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung der psychischen Einsatzschädigung ist die psychische Stabilisierung durch Bewältigung und Verarbeitung der belastenden Ereignisse, die Wiedereingliederung in das soziale Umfeld und Wiederherstellung der Dienst- bzw. Erwerbsfähigkeit.

Die ambulant betreute, tiergestützte Wohngruppe stellt eine Möglichkeit zur Unterstützung der Behandlung und Wiedereingliederungsvorhabens dar.

Für den Einsatzgeschädigten besteht die Möglichkeit durch das Projekt ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen und dennoch nicht den Herausforderungen allein gegenüber zu stehen. Mit Unterstützung des ambulanten Betreuungsangebotes wird die notwendige Begleitung und Unterstützung geboten, um soziale Ansprüche geltend zu machen und in die Versorgung der Einsatzgeschädigten übernommen zu werden. Insbesondere die notwendigen Antragstellungen zur Anerkennung einer Wehrdienstbeschädigung, Schwerbehinderung und des Pflegegrades bedürfen einer engmaschigen Betreuung und Unterstützung.

Hierbei ist die Herausforderung des „Schulterschlusses“ zwischen zivilen und militärischen Ansprechstellen hervorzuheben.

Eine ambulant betreute, tiergestützte Wohngruppe bietet dem Einsatzgeschädigten die Möglichkeit in einer eigenen Wohnung zu leben und dennoch nicht allein zu sein. Großzügige Gemeinschaftsräume mit integrierter Küche und Aufenthaltsbereich, der gemeinschaftliche Sport-/ Fitnessbereich und die Räumlichkeiten zur Umsetzung der notwendigen Therapiemaßnahmen, wie z.B. Ergotherapie, Physiotherapie, dienen der Herstellung sozialer Kontakte mit den anderen Bewohnern. Die ambulante Betreuung beinhaltet neben einem Notrufsystem bei medizinischen Notfällen, der Ergo-und Physiotherapie insbesondere die tiergestützte Assistenz. Durch diese Maßnahme wird eine Strukturierung des Tagesablaufes erreicht und die Mensch-Hund-Beziehung stellt eine unterstützende Wirkung im Rahmen der Therapiemaßnahmen dar (z.B. Verringerung der Intrusionen, Stabilisierung der psychischen Labilität, Wiederherstellung sozialer Kontakte, Herstellen von Hilfsmitteln in der Ergotherapie, Animation zur körperlichen Bewegung im Zuge der Stressreduktion, Verringerung des Suchtpotenzials und der medikamentösen Therapie). Hierbei bietet die engmaschige Betreuung durch die Hundetrainer die Möglichkeit, die Ausbildung des personifizierten Assistenzhundes von Beginn an selbst mitzugestalten, von der Welpen-über die Aufzucht- bis in Sozialisierungsphase und der finalen personifizierten Assistenz.

Dies ermöglicht zusätzlich eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten Betreuungs-und Therapiepersonen, im zivilen wie militärischen Verantwortungsbereich.

Die Zukunftsperspektive gestaltet sich in zweierlei Form. Für Langzeitbewohner bietet sich die Möglichkeit gemeinsam mit dem personifizierten Assistenzhund lebenslang ein stabiles resozialisiertes eigenständiges Leben in betreuter Umgebung zu führen, während für Kurzzeitbewohner die grundlegende ambulant betreute, tiergestützte Resozialisierung und Versorgung im Vordergrund stünde. Somit bietet sich jedem Einsatzgeschädigten jederzeit die Möglichkeit gemeinsam mit seinem personifizierten Assistenzhund stabil in sein „neues“ Leben zu starten. Um diese Ziele zu erreichen ist nicht nur die finanzielle Herausforderung zu betrachten, sondern insbesondere die Versorgung und Unterstützung der Einsatzgeschädigten und ihrer Familien hervorzuheben.

Team Mats & Antje

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