Begleithunde

Rehahunde

Rehabilitationshunde oder kurz Rehahunde genannt, sind speziell ausgesuchte und ausgebildeter Hunde, die in der Lage sind, Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen im Alltag zur Hilfe zu gehen. Ob als Therapiehund, Begleithund, Assistenzhund oder Warnhund, ausgebildete Rehahunde können vielseitig eingesetzt werden und erleichtern Ihr Leben in vielerlei Hinsicht.

Klare Worte unserer Therapiehunde

…mit einer dringenden Bitte an unsere zukünftigen Familien.

Liebe Eltern,

wir wurden ausgebildet, damit wir eurem Kind zur Seite stehen.  Unsere Ausbildung ist nicht einfach, auch eure Kinder sind nicht einfach. Daher können wir mit Stolz sagen, wir sind etwas Besonderes!

Nachdem wir die Zulassung zur Ausbildung als Therapiehund erhalten haben, beginnt für uns eine aufregende Zeit. Mit viel Liebe und Geduld werden wir zuerst von unseren Patenfamilien und später von unseren Trainern auf unsere  späteren Aufgaben vorbereitet. Im Rahmen unserer Ausbildung werden wir immer wieder in Situationen gebracht, die später in unseren Familien auftreten können. Dazu gehören Stresssituationen, in denen wir  immer ruhig und gelassen reagieren müssen, egal wie eure Kinder sich verhalten.

Wir sind Hunde mit einem ruhigen Wesen, lassen uns leicht führen und sind zu jedermann freundlich. Wir haben ein gutes Sozialverhalten und können eure Stimmungen gut spüren, so z.B. , ob ihr uns nur als ein  Hilfsmittel seht  oder aber uns und unsere Ausbildung  respektvoll achtet, uns  liebt  und  uns als vollwertige Familienmitglieder seht.

Im Rahmen unserer Ausbildung  lernen wir viele verschiedene Kinder und deren Krankheitsbilder kennen, werden z.B. speziell auf  Schreiattacken, Wutausbrüche  und ungelenke Bewegungen geschult. In solchen Situationen lassen uns unsere Trainer nie alleine, sie geben uns dann Sicherheit und beschützen uns notfalls oder bringen uns aus einer Gefahrensituation heraus. Dadurch wissen wir, dass wir uns richtig verhalten.

Nach einer erfolgreichen Teamschulung, in der ihr, liebe Eltern, lernt, mit uns umzugehen, kommt schließlich der Abschied von unseren Trainern und unserem gewohnten Umfeld. Die Trainer geben euch mit uns  auch jedes Mal ein Stück ihres Herzens mit und lassen uns oft mit einem lachenden und  einem weinenden Auge gehen.

Doch wir freuen uns alle sehr auf die neuen  Aufgaben, denn wir wissen, wie sehr wir gebraucht werden und ihr schon sehnsüchtig auf uns wartet.

Nun übernehmt ihr die Verantwortung für uns.

Stress-Situationen

In der Teamschulung habt ihr auch gelernt, uns in Stress-Situationen zu beschützen.

Nämlich immer dann, wenn eure Kinder uns zu lieb haben, uns ständig drücken, bis uns fast die Luft weg bleibt oder es uns unangenehm ist.

Trotzdem kann es im Alltagsstress vorkommen, dass:

- wir ständig gescheucht und verfolgt werden,
- wir nie Ruhe haben und zur Ruhe kommen können,
- ständig Kommandos von uns abgefordert werden (oftmals von den Geschwisterkindern),
- wir angeschrien, grob angefasst und gekniffen werden,
- wir nur aus Vergnügen  aus dem Schlaf gerissen werden,
- uns direkt ins Ohr geschrien wird,
- wir mit Füßen gestoßen oder am Halsband durch die Gegend gezerrt werden,
- sich ständig jemand auf uns schmeißt,
- uns aus Spaß immer wieder das Leckerli oder Futter weggezogen wird, so dass wir es nicht mehr vorsichtig nehmen können, wie wir es gelernt haben,
- wir als Spielzeug gesehen und behandelt werden.

Kurz: Eigentlich alles, was euch und euren Kindern auf Dauer auch nicht gefallen würde!

Sicher erdulden wir einiges, aber alles hat Grenzen! Wartet nicht, bis diese erreicht sind, sondern schreitet bitte rechtzeitig ein!

Was mit uns bei ständigem Stress geschieht, erläutern euch mal unsere Trainer:

Die Reaktion des Körpers auf Stressoren läuft in mehreren Phasen ab. Auf einen plötzlichen Reiz hin wird der Körper in Alarmbereitschaft versetzt. In Bruchteilen von Sekunden werden Energiereserven mobilisiert, der Kreislauf aktiviert und die Sinne geschärft. Man spricht von der Alarmreaktionsphase.

Besteht die auslösende Situation weiter fort, folgt die Widerstandsphase.

Dabei steigt die Toleranz gegenüber dem auslösenden Reiz, gleichzeitig aber sinkt die Toleranzgrenze gegenüber anderen Reizen. Das heißt: Treten zusätzliche Stressfaktoren auf, reagiert der Organismus verstärkt, die Reizschwelle ist erniedrigt.

In der folgenden Erschöpfungsphase ist der Körper nicht mehr in der Lage, die Einwirkungen zu kompensieren und wird dauerhaft in die Alarmreaktionsphase versetzt. Wenn nun keine Erholungsphase folgen kann, sind negative Folgen, wie physische oder psychische Störungen wahrscheinlich, da vermehrt Botenstoffe freigesetzt werden.

Dieser Botenstoff, das ACTH, wirkt auf die Nebennierenrinde und in der Folge werden hier verschiedene Hormone wie Aldosteron, Cortisol und Sexualhormone freigesetzt.

Aldosteron steuert den Wasserhaushalt im Körper und ist dafür verantwortlich, dass unter Stress häufiger Urin und/ oder Kot abgesetzt werden. Cortisol hat vor allem eine entzündungshemmende Wirkung und ist bei körperlichen Belastungen von großer Bedeutung. Durch die Ausschüttung von Sexualhormonen wird die Aggressions- und Verteidigungsbereitschaft verstärkt.

Auch die andauernde Kreislaufaktivierung bleibt meist nicht ohne schädliche Folgen, Herz-/Kreislauferkrankungen und Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sind häufige Folgen.

Man spricht dann von so genannten Anpassungskrankheiten. Verschiedene Studien an Tieren zeigen, dass erhöhte Testosteronspiegel mit verstärktem Aggressionsverhalten einhergehen.

Stress-Symptome

Die wichtigsten Stress-Symptome sind:

- Nervosität, Ruhelosigkeit und Überreaktionen (durch die erniedrigte Reizschwelle)
- Häufige Beschwichtigungssignale
- Häufiges Absetzen von Kot und Urin
- Magenprobleme, Erbrechen
- Übertriebene Körperpflege, Wundlecken
- Aufreiten
- Allergien (Erstmaliges Auftreten oder die Verschlechterung bestehender Allergien)
- Plötzlicher Haarausfall
- Zerstören von Gegenständen
- Dauerbellen oder Dauerwinseln
- Appetitlosigkeit
- Unangenehmer Körpergeruch oder Geruch aus dem Maul
- Hecheln und/oder Schütteln
- In die Leine beißen

Also bestraft uns nicht, wenn wir vielleicht plötzlich wieder in die Wohnung machen, obwohl wir schon lange „stubenrein sind“. Meistens hat das nämlich eine Ursache…wir wollen euch nicht ärgern, sondern euch damit zeigen, dass mit uns etwas nicht stimmt, wir Stress haben oder falsch behandelt werden.

Denkt dann bitte darüber nach und erinnert euch an das, was ihr bei der Teamschulung gelernt habt.

Genauso verhält es sich, wenn wir plötzlich Dinge zerstören, auch das könnten Zeichen dafür sein, dass uns etwas fehlt. Denn oft passiert das auf Grund von Langeweile, Stress oder auch zu wenig Auslauf.

Denn bei dem harten Job, den wir da verrichten, brauchen wir auch Auszeiten, in denen wir mal nur Hund sein dürfen. Da möchten wir mal richtig rennen und mit Artgenossen auf einer Wiese herumtollen oder schwimmen und Ball holen.

Eigentlich ist es gar nicht so schwer, uns zu verstehen und unser Verhalten zu deuten.

Seid ganz einfach genau so aufmerksam wie bei euren Kindern, denn auch wir gehören schließlich mit zur Familie!

Grundregeln

Damit das auch gut funktioniert, haben wir hier ein paar wichtige Grundregeln für euch und damit natürlich auch für uns…):

- Euer Kind muss lernen, dass der Schlaf- und Fressplatz von uns Hunden tabu ist!
- Lasst uns niemals mit eurem Kind allein!  Egal, wie lieb, freundlich und zuverlässig wir sind…wer das tut, handelt fahrlässig!
- Wir sind
kein Spielzeug oder Spielzeug-Ersatz! Achtet darauf, dass wir mit Respekt behandelt werden!
- Lasst uns immer eine Rückzugsmöglichkeit!
- Achtet auf unsere Körpersprache, so seht ihr schnell, wann es uns zu viel wird und könnt uns aus dieser Situation herausholen”!
- Beim Fressen und Schlafen wollen wir immer unsere Ruhe haben!
- Für unsere Erziehung seid ihr allein verantwortlich und nicht euer Kind!
- Informiert euch ausreichend, z.B. im Internet oder in Fachliteratur über Beschwichtigungssignale des Hundes!

Ihr seht – es ist genauso wie bei euren Kindern, also gar nicht so schwer!

Und solltet ihr wirklich einmal nicht weiter wissen, dann fragt bei unseren Trainern nach, auch wenn die Ausbildung schon länger her ist. Die haben garantiert einen guten Rat oder die Lösung des Problems. Denn wir haben große Freude daran, euch zu helfen und ihr wollt doch auch, dass es so bleibt.

DANKE SCHÖN!!!

 

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